Donnerstag, 25. November 2010

Von Arbeit, Sport und schönem Wetter

 WARNUNG! Viel Text - wenig Bilder diesmal ;)

Okay, jetzt gabs ja nun wieder ne ganze Weile lang nix zu hören. Das hat wahrscheinlich 3 Gründe: Der bei weitem gravierendste dürfte meine Faulheit sein, gefolgt von "Es ist schon blöd, dass einem in so einer Arbeitswoche nicht mehr so viel Zeit für anderen Kram bleibt (da ist man von der Uni ja doch schon ziemlich verwöhnt)" und einer rapide gesunkenen Ereignisdichte (was wiederum auf Grund 2 zurückzuführen ist, denk ich mal)

Wie auch immer - jetzt hab ichs mal wieder geschafft mich hier ran zu setzen und das ein oder andere hat sich in den vergangenen Wochen doch zugetragen. Fangen wir mal mit dem "langweiligen Zeug" an (wenn ich das ans Ende setze liest das doch wieder keiner mehr - ich kenn euch doch :P)

Auf Arbeit habe ich mich jetzt weitesgehend eingelebt. Nachdem mir in der 2. und 3. Arbeitswoche meist kleine Aufgaben gegeben wurden, die innerhalb weniger Minuten/Stunden erledigt waren und meine Chefs sich zunehmend schwerer taten mich zu beschäftigen ("You are too fast" - Sorry, aber 4 Excelsheets mittels S-Verweiß zu kombinieren dauert nun mal keine 2 Stunden :P)), sind die meisten meiner Aufgaben zwar jetzt immernoch nicht sonderlich anspruchsvoll, aber dafür sind es inzwischen recht viele. Und meiner Meinung nach steigt der Schwierigkeitsgrad auch gerade mal wieder (und ich hoffe ehrlich, dass es so bleibt). Einige davon hab ich täglich zu erledigen, einige wöchentlich und einige einmalige Sachen sind auch dabei. Allerdings bin ich meiner Meinung noch besser dran als Scott, der laut eigener Aussage durchschnittlich 15 Minuten pro Tag arbeitet und den Rest der Zeit wie auch immer totschlägt.
Besonders bemerkenswert sind Freitage - die sind fast zu schön um wahr zu sein:P Nicht genug damit, dass es einfach der letzte Tag der Woche ist, nein: Es ist außerdem Casual-Bagel-Go-Out-For-Lunch-Friday. Auseinandergenommen heißt das soviel wie: Casual Dresscode, Bosch stellt morgens Bagel und Frischkäse zur Verfügung und Mittags gehen wir gewöhnlich mit Kollegen irgendwo Mittagessen (dann allerdings auf eigene Rechnung;)) Unser bestes Essen hatten wir meiner Meinung nach bisher beim "Mexikaner um die Ecke" wo wir für 10 Bucks ordentlich mexikanisch gesättigt wurden;)
Diese Woche Montag gabs "Company-Thanksgiving-Lunch", bei dem Bosch den Truthahn und den Schinken gesponsort hat und jeder noch etwas mitgebracht hat. Das war echt mega gut, aber aus Produktivitätssicht wohl eher ein Reinfall;) Aber Thanksgiving sollte wirklich nach Deutschland übernommen werden!

"Soweit die News von Arbeit. Kommen wir nun zum Sport mit Paul"

"Danke Paul, das waren ja imposante Neuigkeiten"

 Ja - Sport als 2. Thema, weil es auch nach dem Arbeiten das ist, womit ich hier die meiste Zeit verbringe - entweder gucken oder machen;)
Ich habe mich gleich während meiner 2. Arbeitswoche im Fitnessstudio meines Vertrauens (500m vom Hotel) angemeldet und muss sagen: Ich bin begeistert;) Jede Menge Top-Geräte, mindestens genauso viele Bildschirme und Fernseher, eine Schwimmbahn, einen Whirlpool und eine Sauna - und das für 15 Euro im Monat. Auch das könnte man mal so in Deutschland übernehmen (anstelle von "Studentenangeboten" mit 40€ im Monat =/) Wie auch immer - den Großteil der Amerikaner scheint es nicht zu jucken, dass es so günstig ist, wenn man die Bevölkerungsverfettung betrachtet. Dafür scheinen die 5% der Amerikaner, die das Gym nutzen, um die 90% der Muskeln zu haben - da rennen wirklich Schränke rum, das ist nicht mehr feierlich.

Außerdem habe ich eine nette Joggingstrecke gefunden, wo ich direkt am Hotel losjoggen kann und nach 5 Minuten an einen Mehr-oder-weniger-Waldweg (asphaltiert) komme, der sich knapp 5 Meilen oneway durch Nordraleigh schlängelt. Dabei fühlt man sich allerdings echt fast die ganze Zeit wie im Wald. Eine echt schöne Strecke, die ich jedoch an Wochentagen leider nicht rennen kann, da es im Normalfall pünktlich zum Feierabend zu dämmern beginnt.

Die letzte Sportart, die ich hier selbst ausübe (oder es versuche) ist: Golf. Ja, wirklich fast jeder hier spielt Golf und ein Kollege hat mir direkt angeboten, mir ein Schlägerset zu leihen. Das Angebot hab ich auch schamlos ausgenutzt und nun geh ich in der Regel einmal pro Woche mit Scott auf die Driving Range um ein paar Bälle zu schlagen. Während unserem ersten Besuch da habe ich direkt eine 15-minütige "Probe-Trainerstunde" bekommen, die auch echt gleich mal ziemlich Wirkung gezeigt hat. Allerdings brauch ich wohl  trotzdem noch ein (großes) bisschen Übung.

Wie oben schon erwähnt, besteht mein Sportleben auch zum Teil aus Zugucken;) Im letzten Blog hatte ich ja schon angekündigt, dass ich zum Carolina Hurricanes gegen Washington Capitals NHL-Spiel gehen würde. Da war ich dann auch, zusammen mit Scott und einem weiteren Kollegen. Unvorteilhafterweise haben die Hurricanes 3-0 verloren, aber der Abend hat sich trotzdem definitiv gelohnt. Die Arena (RBC-Center) ist einfach super - supermodern und für etwas mehr als 20.000 Zuschauer ausgelegt. Leider war das Spiel nicht ausverkauft, aber die Stimmung war trotzdem in Ordnung. Vorletzte Woche war ich mit Scott wieder dort, dieses Mal allerdings zum Auftaktspiel der NC State Basketballmannschaft. Die haben dann wenigstens auch souverän mit 12 Punkten Abstand gegen Tennessee Tech gewonnen:) Hier muss ich kurz einschieben, dass Scott mit 99%iger Sicherheit die Person mit dem größten Wissen über amerikanischen Sport im Allgemeinen und Eishockey, Football und Basketball im Speziellen ist. Er weiß alles was man darüber wissen muss und das meiste von dem was man definitiv nicht wissen muss :D Letztens meinte er zu mir, dass er alle 300 und zerquetschte College Basketballmannschaften aus dem Kopf aufzählen könnte und sie der richtigen Division zuordnen könnte. Und das nehme ich ihm voll ab. (Generell scheint er ein ziemlich gutes Gedächtnis zu haben: Er kennt zu jedem Land der Erde die Hauptstadt + alle Hauptstädte der amerikanischen und kanadischen Bundesstaaten). Der Mann hat echt zuviel Zeit =P

Letztes Wochenende waren wir dann schon wieder im RBC-Center schon wieder da, da Ty und Dan, 2 Freunde von Scott aus Kanada für 3 Tage hier waren und sie als Eishockeyfans auch hier ein Spiel sehen wollten. Gegner waren diesmal Nashville Predators. In einer technisch grottenschlechten Partie, die zum Ende hin zumindest noch recht spannend wurde unterlagen die Hurricanes leider im Penaltyschießen.
Das RBC-Center mit dem wahrscheinlich größten Parkplatz der Welt^^

Scott, Ty und Dan (nein - Scott guckt nicht immer so blöd;))

RBC-Center innen

Nächsten Montag starte ich den nächsten Versuch die Hurricanes gewinnen zu sehen: Die Dallas Stars werden wohl verlieren müssen:P Für Montag haben wir die Karten wieder für den Sonderpreis von 30$ für ziemlich gute Plätze bekommen. Da kann man wirklich nicht meckern. Allerdings sind die Getränkepreise in der Arena enorm: Für ein Bier zahlt man 8-12$! Einen kleinen (wenn auch nicht gerade hochqualitativen) Einblick in die Arena vom Spiel gegen die Predators gibts hier:

http://www.youtube.com/watch?v=-JHAGljMsSQ

Somit fehlen mir noch Football und Baseball als große amerikanische Sportarten, die ich mir angucken muss. Bei Football bin ich optimistisch, dass es klappt: NC State spielt im Stadion direkt neben dem RBC Center (der Icehockey und Basketballarena). Baseball ist hier unten allerdings nicht so groß, aber ich schätze es wird sich schon noch was ergeben. Und wenn nicht: Ist eh die langweiligste der Sportarten hier :P

Bevor wir zum letzten Teil der heutigen Überschrift kommen will ich euch noch einen kurzen Überblick über meine sonstige Freizeitgestaltung geben. Während der Woche bin ich mit Sport, Essen, Haushaltskram und Einkaufen meist ganz gut beschäftigt. An den Wochenenden schauen wir oft bei Scott Football bevor wir uns anschließend meistens in eine Bar entweder bei uns in der Nähe oder Downtown begeben. Da hier ja alles schon um 2 zumacht sind die Nächte meist nicht so mega lang, aber Spaß machts trotzdem;)
Einen Sonntag habe ich mir mal einen Eindruck von Raleighs Downtown bei Tageslicht verschafft und hab festgestellt: Es ist echt schön. Und da es in diesem Blogeintrag sonst kaum Bilder geben würde gibts jetzt davon ein paar;)






Wie man auf den Bildern recht gut erkennt war das Wetter an diesem Tag ziemlich genial - und das ist es hier an geschätzten 80% der Tage. Wir haben immernoch Temperaturen um die 15-25 Grad und es ist nur selten morgens mal winterlich frisch. Strahlend blauer Himmel ist hier mehr oder weniger die Standardoptik. Gefällt mir an sich ganz gut:) Nur heut zum Feiertag ists recht hellgrau und es hat auch ein paar mal geregnet, aber das muss wohl an Feiertagen so sein :P

Gut - soweit jetzt erstmal wieder von mir.
Ganz liebe Grüße in die Heimat

Sonntag, 7. November 2010

Die erste Woche auf Arbeit

Lang, lang ist er her: der letzte Blogeintrag. Daher gibts nun doch schon wieder einiges zu erzählen.

Wie heißt es doch so schön: erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Am Montag nach unserem Outer-Banks-Ausflug gings dann also los, mit dem Ernst des Praktikums - leider sehr öde: Meine erste Aufgabe (neben einigen Einführungs- und Sicherheitsvorträgen) bestand nämlich darin, 6000 Datenbankeinträge um jeweils 4 Veränderungen anzupassen. Mein durchschnittlicher Arbeitstag während der ersten Woche sah also ungefähr so aus: "Klick, Klick, tipp, tipp, tipp, Klick, Klick" etc. und das ca. 1000 Mal, wenn nicht mal irgendwas anderes kurz anstand. Geistig nicht sonderlich fordernd, aber inzwischen sind die Aufgaben schon besser geworden (mit selber nachdenken und so;)) und mal schauen was die nächsten Wochen noch so bringen. Die erste Arbeitswoche hatte jedoch auf so ihre positiven Aspekte: Am ersten Arbeitstag wurden ich und 2 weitere neue Angestellte von unserer Chefin zum Lunch eingeladen. Am Mittwoch gabs den allmonatlich gesponsorten Geburtstagskuchen (im Oktober wars Ice Cream Cake, im November wirds jetzt "normaler" Kuchen - die wechseln sich immer ab). Ansonsten machts eigentlich auch Spaß, auf Arbeit zu fahren, da die Kollegen alle super nett sind und das Arbeitsklima ziemlich entspannt ist. Gleich am 2. Arbeitstag bekam ich von einem Kollegen das Angebot Karten für das NHL-Spiel der North Carolina Hurricanes gegen die Washington Capitals für die unteren Reihen für 30$ (statt normal 90$) zu bekommen, wo ich natürlich beherzt zugriff;) Da das Spiel aber erst in der folgenden Woche war gibts den Bericht dazu im nächsten Blog;)


Meine 6,5 Wände

Scott - offenbar aus Kanada


Ein kleines Manko ist weiterhin, dass fast alle meiner Kollegen bereits die 40 überschritten haben. Außer mir und Scott, meinem kanadischen Mitpraktikanten gibts nur schätzungsweise 3-4 Kollegen unter 30.

An den Abenden während der Woche passierte meist nicht allzu viel - das übliche ebend: Einkaufen gehen, Essen machen usw. An zwei Tagen waren Martin und ich im Kino. Unser erster Film war "The Social Network" über den Facebookgründer - empfehlenswert meiner Meinung nach. Der zweite war Wallstreet II, welchen man gesehen haben kann, aber wohl nicht unbedingt gesehen haben muss;)

Mit aktiver Freizeitgestaltung gings dann erst am Wochenende weiter: Samstag früh um sieben stiegen wir in "Camry" und fuhren ca. 5 Stunden bis zu den Great Smoky Mountains und gleichnamigen Nationalpark. Dort angekommen machten wir zwei kleine Wanderungen (nagut, die zweite war schon eher mittel), doch dafür lass ich lieber mal wieder die Bilder sprechen (musstet ja jetzt schon so viel lesen;))
"Camry"



Hier sind die Great Mountains im Hintergrund sogar etwas smoky, was aber glaub ich eher an der Entfernung liegt

viele Bäume und eine Straße

Gefährlicher Auf-/Abstieg am Chimney Rock


Der meistbesuchte Nationalpark der USA - glaub ich gern
Nach unserer Wanderung auf den Chimney Rock fuhren wir auf der Tennessee-Seite des Nationalparks heraus - nicht ohne eine Stunde im Stau gestanden zu haben. Das ist echter Massentourismus dort - nur wenn du 20m von der Straße wegwanderst wirds dünner;)
Die Nacht verbrachten wir in einem Motel in Gatlinburg, dem Ort, der direkt an der Nationalparkgrenze liegt. Gatlinburg erinnert einen so ein bisschen an einen Vergnügungspark und will sich nicht so recht ins Grün der Umgebung einfügen. Nichtsdestotrotz schlenderten wir am Abend noch den "Strip" entlang. Dabei lernten wir noch 2 Mädels kennen, mit denen wir noch durch 2 Bars zogen und einen lustigen Abend verbrachten.

Am nächsten Tag gings auf gleicher Route zurück durch den Nationalpark - diesmal mit Stau beim Reinfahren.Das Wetter konnte leider nicht an das vom Vortag anknüpfen und es war recht bewölkt. Trotzdem machten wir noch den Abstecher zum höchsten Berg des Parks und wanderten die Meile zum Aussichtsturm, von dem aus man jede Menge "Wolke von Innen" gesehen hat. Danach machten wir uns gegen Mittag auf den Weg nach Raleigh. Unterwegs schauten wir uns (ungewollt) ein Stückchen Nord-Georgia an, bis wir bemerkten, dass wir irgendwo falsch abgebogen waren ("Hätte die Autobahn nicht eigentlich schon kommen müssen?") - Naja - wieder einen Staat mehr gesehen;)
Nachdem wir auf die richtige Route zurückgefunden hatten kamen wir problemlos nach Raleigh zurück und tranken noch 2-3 Bierchen mit Scott, der an dem Wochenende gerade erst in Raleigh angekommen war.

Mit Praktikum - Woche 2+3 gehts dann im nächsten Blogeintrag weiter.

Viele Grüße aus

in