Montag, 25. Oktober 2010

Die ersten Tage in North Carolina

Hallöchen mal wieder von mir - es ist ja nun schon wieder einige Zeit vergangen und jede Menge passiert. Da ich euch nicht mit allem auf einmal erschlagen möchte gibts heute "nur" die ersten paar Tage aus meinem Leben in meiner neuen Heimat: North Carolina - First in Flight (wie es auf jedem Nummernschild nachzulesen gibt - mehr dazu ein wenig später;))

Starten möcht ich allerdings mit einer kleinen Anekdote, die eigentlich zum letzten Blogeintrag gehört hätte:

In den Universal Studios gab es eine Show, bei der das Publikum in bestimmten Situationen gefilmt wird. Am Ende werden die einzelnen Abschnitte dann in einen Film integriert, so dass ein (5. klassiger) Katastrophenfilm mit Vergnügungsparkbesuchern entsteht (die oft auch während eines Erdbebens ein fettes Grinsen im Gesicht haben;)) Dabei wurden auch einzelne Personen mit speziellen Aufgaben betreut. Eine dieser Personen (Name ist mir leider entfallen - nennen wir ihn doch Stan) sollte sich bäuchlings auf einen Block legen, der vor einer blauen Wand stand, und sich wie in Zeitlupe bewegen (Das ganze wurde dann später im Katastrophenfilm zu einem, der aus dem Fenster springt (oder so ähnlich))
Lange Rede - kurzer Sinn: Der Kommentar des Mitarbeiters, der die Anweisungen gegeben hat, lautete. Move slower Stan! Slower! Stan - imagine you´re a government employee. Beamte haben offensichtlich einen welweit einsetzbaren Ruf =)

So, jetzt aber zurück in die Zukunft nach North Carolina. Wie bereits erwähnt sind wir ohne Probleme in Raleigh-Durham angekommen und wurden von Helen (meiner Supervisorin) abgeholt und zum Mietwagenverleih gebracht (der sich praktischerweise 500m von meinem Hotel entfernt befindet). Unvorteilhafterweise hatte der gute Autovermieter jedoch mein Auto an jemand anderen verliehen, da er mich 3 Stunden eher erwartet hatte. Als Ersatz bekamen Martin und ich dann einen Dodge Family-Van für 2 Tage. Da wir uns nach kurzer Bedenkphase dagegen entschieden, uns für diese Zeit Kinder zuzulegen, blieb der meiste Platz ungenutzt.

Danach fuhren wir die 3 Meter zum Hotel (nicht ohne trotzdem einmal falsch abzubiegen=P). Glücklicherweise war mein Zimmer noch nicht vergeben worden und wir konnten ohne Probleme einziehen. Zum Zimmer will ich mich mal kurz fassen: Es hatte einige kleinere bis größere Mankos (z.B. direkt das Fenster zum Hoteleingang, Düsenjetsound, wenn über jemand geduscht hat, etc.) Nachdem ich aber in ein anderes Zimmer umziehen konnte gehören diese Probleme aber zum Glück der Vergangenheit an.

Ruhe gönnten wir uns dann allerdings noch nicht, sondern fuhren zur nächsten Bank und eröffneten ein Konto für mich. Danach wars aber erstmal genug für den Tag. Der nächste Tag war wettermäßig ein Negativausrutscher und so nutze ich ihn, um mich für meine Social Security Nummer zu bewerben. Dies war leider noch nicht möglich, da mein Visumspartner mich noch nicht im System freigeschaltet hatte. Folge davon war, dass ich am Freitag (als ich angerufen hatte und freigeschaltet worden war) nochmals 2 Stunden auf dem Amt verbringen durfte. Donnerstag nutzten wir ansonsten zum Erholen von den vorhergehenden 2 Wochen Stress;) Abends schauten wir uns noch im Kino "The Social Network" an.

Freitag machten wir dann bei wieder schönem Wetter meine neue "Hood" unsicher und stellten fest, dass es außer allen möglichen Fast-Food-Ketten hier nicht allzu viel in der Umgebung gibt. Am Nachmittag fuhren wir dann mit dem Shuttle-Bus zur NC State Fair, die hier die letzten 2 Wochen statt fand. Die war ziemlich lustig, wäre aber wesentlich lustiger, wenn man entweder a) einen Haufen Geld hätte oder b) die Preise wenigstens Ansatzweise moderat wären. Nach 4$ Shuttle-Bus (Round-Trip) und 8$ Eintritt auf die Fair könnten die Fahrten mit den Attraktionen eigentlich etwas günstiger sein: Pro Fahrt werden bei den lustigen Sachen 4-5$ fällig! Auch die Essenspreise sind nicht viel besser, aber wir gönnten und dennoch jeder ein Philly Cheese Steak und eine Fahrt im "Ring of Fire".
 


Ring of Fire




Am Wochenende machten wir dann einen Trip zu den Outer Banks - einer schmalen Inselkette vor der Küste Carolinas. Übernachtet haben wir dabei in Nags Head - dem Ort der direkt an der höchsten Düne Nordamerikas. Bevor wir allerdings dort hinfuhren machten wir einen Abstecher zum Cape Hatteras - mit dem ebenfalls höchsten Leuchtturm Nordamerikas (oder wahlweise höchsten Ziegelleuchtturm der Welt - Amerikaner mögen halt Rekorde =P)

Cape Hatteras Lighthouse


In Nags Head - Jockey Ridge State Park mit der höchsten Düne Amerikas



Anscheinend haben wir es in diesem Urlaub jedoch nicht so mit Türmen: Bereits auf Key West hatte der Leuchtturm bereits geschlossen, als wir hoch wollten und auch das Cape Hatteras Lighthouse war geschlossen: Light House Season war leider vorbei (wusste bisher nicht, dass es dafür eine Saison gibt). Schön wars trotzdem allemal:) Doch dafür häng ich mal lieber die Bilder dran - die sagen da mehr als Worte (und ihr könnt euch vom lesen ausruhen :P)

Am nächsten Tag fuhren wir morgens nach Kitty Hawk, wo das Gebrüder Wright Memorial steht und ein kleines Museum was zur frühen Fluggeschichte erzählt. Das Denkmal steht an dem Ort, wo 1903 der erste motorisierte Flug aus eigenem Antrieb statt fand - und darauf ist NC auch heut noch recht stolz, wies aussieht (ironischerweise waren die Wright Brothers aber eigentlich aus Ohio und haben nur ihre Flüge hier absolviert:P) Anschließend machten wir uns an unseren 4-stündigen Heimweg und ich bereitete mich mental noch ein wenig auf meinen ersten Arbeitstag vor;)


Davon dann wieder das nächste mal mehr - wollte euch ja nicht erschlagen =P. Liebe Grüße,
Paul

Sonntag, 17. Oktober 2010

Und zurück nach Süden

Bevor es morgen mit dem Ernst des Lebens los-/weitergeht und ich mal wieder was sinnvolles mache(n muss), werd ich euch mal noch kurz von unseren letzten Tagen in Florida berichten.

Nach unserer Nacht in Jacksonville fuhren wir zunächst nach Ferdinanda Beach auf Amelia Island. Spezielle Sehenswürdigkeiten gabs da zwar nicht, aber der historische Innenstadtbezirk hat mal schön den Eindruck einer amerikanischen Kleinstadt vermittelt, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt =P

Das verloren geglaubte elfte Gebot vor der Kirche in Ferdinanda Beach ("Du sollst nicht Parken - zumindest nicht hier!")

Die Kirche zum Schild

Auf unserem weiteren Weg nach Orlando stoppten wir noch mal in Jacksonville im Museum of Art, um unsere Kulturakkus aufzuladen. Allerdings habe ich mich immernoch nicht zu einem wirklichen Mittelalterkunst-Liebhaber entwickelt - daher beschränkte sich mein Interesse auf die wenigen anderen Ausstellungsstücke. Auch Heimatkunst gabs zu sehen: Sie haben da eine recht große Sammlung von Meißner Porzellan ausgestellt.

Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder "on the road" nach Orlando. Dort angekommen holten wir noch was zu essen, sprangen kurz in den Pool und gingen dann bald ins Bett - immerhin brauchten wir für die nächsten beiden Tage jede Menge Energie.

Am Montag war der erste Vergnügungsparkbesuch angesagt: Die Islands of Adventure (gehört zum Universal Resort):
Für einen Montag wars da doch ziemlich voll, aber wir haben jede Attraktion wenigstens ein mal mitnehmen können. Da ich ja bereits seit zwei Jahren meine Liebe zu großen und schnellen Achterbahnen entdeckt hab, waren die Highlights für mich:
Im Gegensatz zur Kugel in LA ist die hier sogar in Farbe! ;) (@Katja: und mit Neuseeland, auch wenn mans hier geografisch bedingt nicht sieht :D)
The Incredible Hulk mit Dr. Dooms Fearfall im Hintergrund
Hogwarts - In diesem Berg: Der Harry-Potter-Rollercoaster
Entertainment in der Warteschlange - der sprechende Hut verliest Sicherheitsvermerke
Die Challenging Dragons - Feuer gegen Eis
 Besondere toll gemacht war die "Wizarding World of Harry Potter". Einziges Manko, das selbst einem HP-Laien wie mir aufgefallen ist: Viele der Läden der Winkelgasse wurden kurzum in das nachgebaute Dörfchen Hogsmead verfrachtet, sodass jeder Besucher auch die Möglichkeit hatte sich mit seinem individuellen Zaubergeschirr auszustatten. An einzelnen Attraktionen sei nochmal hervorgehoben:

1. Die Harry-Potterachterbahn: Ein Mix aus Kino und echter Achterbahn - während der Fahrt wird man von Drachen verfolgt, von Spinnen besabbert und nimmt an einem Quidditch-Spiel teil, bevor man - meist wohl behalten - wieder in Hogwarts ankommt. Echt super gemacht und die Warteschlange war echt cool gestaltet: Bilder, die sich bewegen, Dumbledore, Harry,Hermine und Ron als Hologramme erzählen ein bisschen was, der Sprechende Hut gibt Sicherheitsanweisungen und so weiter :)

2. Die Challenging-Dragons-Achterbahn: Bei dieser Hängeachterbahn handelt es sich um 2 eigentlich unabhängige Achterbahnen, die zugleich am gleichen Punkt starten und "um die Wette fliegen" Dabei knallen die Wagen zweimal mit Höchstgeschwindigkeit beinahe zusammen. Sehr gut gemacht;)

3. Spiderman-Achterbahn: Ein Mix aus Achterbahn und 3-D Kino: Man fährt gemütlich mit seinem Achterbahnwagen durch die Stadt, als einem Spidy auf einmal auf den Wagen hüpft (als 3-D-Hologramm) und einen gegen einige Superschurken verteidigt. Besonders beeindruckend: Durch die Bewegungseffekte und die eingespielten Filme bekommt man an einer Stelle das Gefühl, dass man von einem Hochhaus runterfällt- mit dem Gesicht nach unten. Man fühlt sich wie im freien Fall, aber eigentlich befindet sich der Wagen ganz normal in der Waagerechten. Was moderne Technik so alles kann:)

Auch die restlichen Attraktionen waren zum Großteil ziemlich cool, zum Beispiel die Popeye-Wasserbahn, aus der jeder bis auf die Unterhose durchnässt rauskommt (praktischerweise wurden am Ausgang der Bahn zufällig Handtücher verkauft; wir bevorzugten allerdings aufgrund der gepfefferten Preise dann doch die Lufttrocknung;)) uvm., aber ich will euch mal weitere Beschreibungen ersparen, da ich vermute, dass nicht alle meine Begeisterung für Vergnügungsparks teilen;)

Allerdings kann ich euch noch nicht ganz entlassen, denn am nächsten Tag waren die eigentlichen Universal Studios angesagt, bevor es abends wieder nach Miami ging. Hier waren weniger spektakuläre Achterbahnen das Hauptprogramm, sondern viel mehr Shows (zum Beispiel Live Blues Brothers oder Live Rock ´n Roll Show mit Monstern und 3D (Terminator2) bzw. 4D-Kino (Shrek). Aber Achterbahnen gabs natürlich auch - Simpsons - The Ride (Der gleiche wie in LA, Man bewegt sich eigentlich nicht von der Stelle, sondern es wird ein Film abgespielt und der Wagen bewegt sich entsprechen und versorgt einen mit zum Film passenden G-Kräften), Mumie -The Ride (auch wie in LA) und eine ziemlich große, krass aussehende Achterbahn, die aber äußerst ärgerlicherweise aufgrund von saisonalen Wartungsarbeiten geschlossen war.=(
Martin (2. von rechts) und ich (2. von links) mit den Pinguinen aus Madagaskar

War doch nicht für mich


Wie bereits erwähnt fuhren wir am selben Abend noch nach Miami zurück, da am nächsten Morgen unser Flug nach Raleigh ging. Der Flug, soviel sei verraten, verlief komplett ohne Probleme und wir sind gut hier gelandet. Doch zu unseren Erlebnissen hier dann das nächste Mal mehr.

Bis dahin wünsch ich euch nen guten Start in die nächste Woche.
Liebe Grüße

Paul

Freitag, 15. Oktober 2010

Auf nach Norden

Nach längerer Pause mal wieder ein "Hallo" von mir - mittlerweile aus Raleigh, aber ich hab erstmal noch einiges aus Florida aufzuholen.

Daher gibts nun unsere Tour von Miami nach Jacksonville an der Atlantikküste entlang in komprimierter Fassung:

Letzte Woche Freitag, nach unseren Ausflügen auf die Keys und in die Everglades brachen wir also auf die Interstate 95 nach Norden auf. In Fort Pierce wechselten wir dann auf die A1A (Atlantikstraße), in der Hoffnung dort landschaftlich noch den ein oder anderen Höhepunkt mitnehmen zu können. Leider wurden wir da etwas enttäuscht, da der Großteil der Küste ziemlich zugebaut ist. Wo der Strand zugänglich ist findet man allerdings einen makellosen und sauberen Sandstrand vor=) Zwischenstop wollten wir eigentlich beim Kennedy Space Center machen. Da uns aber die 61$ Eintritt für die verbleibenden 3 Stunden Öffnungszeit zu teuer waren ließen wir diese Station aus (Wir hatten uns zeitlich doch etwas verschätzt und kamen erst gegen 3:00PM am KSC an). Also gings weiter zum Tagesziel Daytona Beach. Dort angekommen fuhren wir dir Straße, auf der unser Motel (Haus-Nr. 1567) sein sollte ab -im Block der 1500er Nummern gabs jedoch kein Motel. Einige Meilen vorher hatten wir bereits einen 1500er Block passiert, dort jedoch auch kein Motel gesehen - langsam kams uns komisch vor. Also ab in die nächste Tankstelle mit Quick-Mart und den ansässigen indisch-stämmigen Service-Mitarbeiter (wir haben uns verkniffen zu fragen, ob er Apu heißt) gefragt, wo dieses Motel denn sei. Er schickte uns noch 6 weitere Meilen auf der Straße entlang, wo wir unser Motel mit genauem Hinschauen dann auch fanden - im dritten 1500er Block im Großraum Daytona (an sich gestaltet sich die Adressfindung ja hier recht einfach, aber dieser Fall erwies sich als ziemlich knifflig;)).
Kennedy Space Center Eingang
Bevor es komplett dunkel wurde, fuhren wir nochmal schnell an den Beach von Daytona, der sich eigentlich nur durch zwei Sachen von anderen Beaches unterscheidet: Man darf ihn mit dem Auto befahren, wenn es die Gezeiten zulassen und er ist dierekt hinter den Dünen vollgebaut. Wir haben von der Auto-Option keinen Gebrauch machen können, da es schlichtweg zu spät und die Schranke zu war. Nichtsdestotrotz machten wir zumindest von den ordentlichen Wellen Gebrauch.
Daytona Beach Beach

Delphine in Daytona


Auch am nächsten Morgen gings nochmal an den Strand, ebenfalls wieder ohne Auto, da gerade Flut und für Autos somit kein Platz war. Highlight dieses Strandbesuchs: Eine Delfinschule kam ziemlich nah an den Strand, allerdings als wir schon wieder aus dem Wasser raus waren. Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg, weiter nach Norden Richtung Jacksonville.

Hauptstation des Tages war dabei St. Augustine - älteste Stadt der USA. Bevor wir jedoch ins innere dieses hübschen Städtchens einzogen begegneten wir einer Minigolfanlage - nein, nicht sowas, was wir in Deutschland haben, sondern einer richtigen Minigolfanlage:) - die wir natürlich nicht einfach links liegen lassen konnten.
Minigolf mal richtig
 Dann gings wie gesagt in die Innenstadt mit Fort Castillos de San Marcos und einigen schönen Gässchen. Hier sprechen glaub ich die Bilder für sich. Eine Anmerkung zum Fort: Für 6$ Eintritt wird einem in diesem National Historic Monument einiges geboten: Geschätzte 20 Darsteller im historischen Gewand + einige Ranger laufen umher und vermitteln geschichtsträchtiges Flair (die Ranger weniger, sie bieten aber Führungen an). Die Stadt selbst ist ziemlich unamerikanisch - man fühlt sich eher nach Spanien versetzt, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Siedlung von Spaniern gegründet wurde (nur eine Vermutung).
Castillo de San Marcos in St. Augustine

Da die Wände aus relativ weichem Muschelkalk bestehen "saugen" sie Kanonenkugeln einfach in sich auf, wie ein Steinschwamm;)





Am frühen Abend brachen wir dann unsere zweite Tagesetappe nach Jacksonville an. Wie sich herausstellte befand sich unsere Unterkunft aber in der Jacksonviller Pampa nahe der Georgia-Grenze und wir kamen später an als erwartet ohne viel von Jacksonville gesehen zu haben.

Am nächsten Tag stand dann die Fahrt nach Orlando auf dem Programm. Da man nach Orlando aber von Jacksonville aus nach Süden fahren muss und das thematisch absolut nicht zu der Blog-Überschrift passen würde, mach ich hier jetzt einen Brake und "vertröste" euch aufs nächste Mal;)

Bis dahin - Liebe Grüße in die Heimat (und in die Ferne - für diejenigen, die woanders in der Weltgeschichte rumturnen)

Paul

Samstag, 9. Oktober 2010

Die Everglades und das Oktoberfest

Hallo mal wieder,

heute gibts die Erlebnisse vom Donnerstag nachgeliefert: Unserer Fahrt in die Everglades.

Auch in die Everglades fährt man zunächst eine gute Stunde durchs südliche Miami, wo sich ein Fast-Food-Laden an den anderen reiht (gleiche Strecke wie nach Key West). Nachdem wir diesen Part hinter uns gelassen hatten, waren wir so gut wie allein auf der Straße: zum Nationalpark will anscheinend kaum jemand und wenn doch werden meist Pseudo-Everglades Bus-Touren gebucht, die einen zu einer Alligatorfarm 5 Meilen vorm Eingang des Parkes bringen, wo man eine Alligatorshow und eine Airboat-Tour geboten kriegt.

Der eigentliche Nationalpark war also wie gesagt relativ leer und auf den vielen kurzen Wanderwegen (meist weniger als 1km) kamen einem oft nur 2-3 Personen entgegen. Martin und ich absolvierten ca. 5 dieser Wege in unterschiedlichen Vegetationsformen und wir wurden glücklicherweise nur beim ersten Weg von Mücken genervt, danach den ganzen Tag nicht mehr =) Vielleicht schmecken Europäer (oder speziell wir) einfach nicht. Auf unserer zweiten "Wanderung" bekamen wir jedoch allerlei anderes Viehzeug zu Gesicht: Lustige Vögel, ein paar Monstergrashüpfer, eine Monsterlibelle und einen faulen Alligator direkt vor einem der Aussichtspunkte.

Lustiger, absolut nicht scheuer Vogel (rechts)

Lustiger Vogel, bei dem eindeutig die Tarnung versagt hat

fauler Alligator


Wir arbeiteten uns mit unserem Wägelchen bis ca. um 4 bis nach Flamingo vor. Flamingo ist das Ende der Straße und eigentlich nur ein kleiner Hafen von dem aus Bootstouren angeboten und Kajaks verliehen werden. Aus Ermangelung sinnvoller Alternativen entschieden wir uns die Bootstour (obwohl gnadenlos überteuert) mit zu machen, da man uns Chancen auf Krokodile, Alligatoren, Manatis und evtl. sogar Delfine versprach. Zu sehen gabs letzendlich nur 2 der ca. 2000 Krokodile und einen weiteren der 400.000 (? bin nicht mehr ganz sicher) Alligatoren im Park. Die Manatis haben sich leider nicht blicken lassen. Aber landschaftlich hat die Fahrt einem schon ein paar schöne Eckchen gezeigt, an die man sonst nicht kommen würde - von daher hat sie sich schon irgendwie gelohnt;)

Krokodile

Alligator

Nach Ende der Bootstour machten wir uns auf den Weg zurück nach Miami, legten aber noch einen Stop bei besagter Allgatorfarm ein, um eine der Airboattouren mit zu machen. Die war dann auch recht cool und führte durch einen Teil des "Sea of grass". Neben gebotener Action wie 360° Drehungen bei Geschwindigkeiten um 50km/h haben wir auch noch ein paar wild lebende Alligatoren ausmachen können.

Danach gings aber wirklich zurück nach Miami, wo wir uns eigentlich mit Juliann (aus der Tauchschule) zum Oktoberfest in Coral Gables, einer Stadt im südlichen Greater Miami, treffen wollten (zum Thema Stadt im Großraum Miami: man erkennt hier nicht, wann man die eine Stadt verlässt und in die andere fährt - es ist eigentlich eher eine einzige Metropole, aber offiziell sinds eigenständige Städte). Leider war Juliann dann kurzfristig verhindert, sodass Martin und ich nach erfolgter Wegbeschreibung allein unseren Weg Richtung deutschem "Kulturgut" einschlugen. Das Fest selbst war relativ klein und wurde von Österreichern betrieben (aber zumindest die Tischdecken waren bayrisch =P). Da wir ja noch unseren Weg zurück zum Hostel durch halb Miami fahren mussten, gönnten wir uns vorbildlicherweise jeder nur ein 0,4er Light-Bier. Mit 5$ sind die Preise jedoch ziemlich oktoberfestgetreu übernommen worden. Zu trinken gabs übrigens Warsteiner - stand zumindest drauf - und Musik wurde von einer Ösi-Band gemacht;)


Insgesamt ein lustiger, wenn auch kurzer, Ausflug zu unserem ersten Oktoberfest überhaupt ;)

Am Freitag gings dann auf Richtung Norden nach Daytona Beach, doch davon dann nächstes Mal mehr.

Liebe Grüße aus Florida

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Ein Hauch Karibik

Naja, genauer gesagt waren es eigentlich 2 Hauche (Hauchs? Häuche? - Katjas: Helft mir! ;))

Nachdem der Montag mit einem Besuch in Miamis Downtown und der Beschaffung einer amerikanischen Handynummer relativ ereignislos verlaufen waren, brachen wir am Dienstag zu einem Tagesausflug nach Freeport auf den Bahamas (Gran Bahama) auf.(erster Hauch) Um 5.45 wurden wir vom Hostel abgeholt und fuhren erstmal ein gutes Stündchen mit dem Bus nach Fort Lauderdale, wo wir nach halbstündiger Auswanderungsprozedur aufs Schiff durften.

Leider hatte der Wettergott an diesem Tag nur mittelgute Laune - es gab jede Menge Wolken und jede Menge Wellengang, aber zumindest den ganzen Tag keinen Regen. Und so wurde die Überfahrt auch für mich (ich bin normalerweise nicht besonders anfällig für Seekrankheit) doch recht hart, da das Schiff ziemlich in Bewegung kam. Unterwegs wurde uns gesagt, dass man in Hafennähe wohl nix angucken könnte und daher wurde wärmstens empfohlen eine der Touren zu buchen. Da wir zwei blöde Touristen auch keinen Plan von der Lage vor Ort hatten, beschlossen wir dieser eindeutig auf Umsatzgewinn getrimmten Ansage trotzdem Gehör zu schenken. Die Auswahl fiel dabei recht leicht: Es gab 3 Touren zu Hotelanlagen mit verschiedenem Nebenprogramm oder eine Rundfahrt mit Besichtigung des Garden of the Groves. Da wir ungern 10 Stunden unterwegs sind um, uns in einer Hotelanlage an den wolkenverhangenen Strand zu legen, wählten wir die Letztere.

Wir bekamen dann fast eine Privat-Tour, da diese Tour außer von uns nur noch von 2 Italienern gebucht wurde. Unser Guide war mit ziemlicher Begeisterung bei der Sache und hat die Tour echt angenehm und interessant gestaltet. In der Stadt selbst gabs nicht viel zu sehen, aber der Garten war echt schön (siehe Bilder) Kurz vor Ende der Tour haben wir auch nochmal an einem kleinen Strand angehalten, um ihn wenigstens mal gesehen zu haben;) Zum Baden war das Wetter ja eh nicht so geeignet. Danach gings dann wieder aufs Schiff nach Amerika.


Anwohner im Garden of the Groves

Bahamas-Strand mit Darren - unserem Guide
Bei der Einreise betrachtete der zuständige Immigration-Officer mein DS-2019 (Beilage, die ich zum Visum vorzeigen muss) kritisch und fragte, ob ich damit schonmal eingereist sei. Ehrlich wie ich nun mal bin sag ich ihm, dass ich damit schon in Miami gelandet bin. Seine Reaktion: Er krallt sich einen Stempel, murmelt "They´re such idiots in Miami" und knallt mir 2 Stempel drauf, die die Idiots in Miami offensichtlich verpennt haben (was mich ehrlich gesagt nicht überrascht, da der Mensch am Miami Airport grad seinen Kaffeeplausch gehalten hat, als er mich nebenbei einreisen lassen hat =P)

Soviel erstmal zum ersten Hauch - den zweiten gibts jetzt direkt noch hinterher.

Am Mittwoch gings gleich morgens zu Alamo, der Autovermietung unseres Vertrauens. Leider enttäuschten Sie mein Vertrauen ein wenig, da wir noch eine Stunde auf unser Auto warten mussten, weil es noch nicht fertig gereinigt war. Als wir unseren schönen, blauen Ford Focus dann endlich in Empfang nehmen konnten gings auch direkt auf die Piste. Bis zu unserem zweiten Karibik-Hauch hatten wir immerhin gut 150 Meilen vor uns, davon knapp 1/3 durch Greater Miami. Ziel war Key West, der südlichste Ort der kontinentalen USA. Auch Petrus hatte zu alter Frische zurückgefunden und alles außer ein paar kleinen Wölkchen und einer strahlenden Sonne vom Himmel verbannt. Die Fahrt nach Key West ist fast der spektakulärere Part, obwohl die Stadt, die nur noch 90 Meilen von Kuba entfernt ist, auch sehr ansehnlich ist. Über zig Brücken und gefühlte 100 Inseln schoben wir uns über die Florida Keys in Richtung Süd-West.


unser Wägelchen